Weil es mich nämlich sowas von kalt lässt, ob mich (m)ein zukünftiger Arbeitgeber nicht einstellen mag weil ich schwul bin. Warum? Ich werde mir sicher keinen Arbeitgeber zulegen der mit genau diesem Fakt ein Problem hat. Ich bin nicht nur schwul. Aber auch. Mich gibts nur als Voll-Spontiv. Punkt.
Ein kleines bisserl geht mir diese Paranoia ja schon auf den Sack Senkel. Wer im Web etwas über sich veröffentlicht, der muss sich über Konsequenzen klar sein. Ich halte absolut nix von dieser ständigen “Leute vor sich selbst Schützerei”. Bei Minderjährigen mag das notwendig sein – einverstanden. Aber bei allen Anderen?
Ein Großteil meiner Freunde ist schwul. Och. Ein Drama. Ich dachte immer die wissen das auch von sich selbst… Und nun? Soll ich jetzt eine Minderheitenecke bei Facebook, in meiner Blogroll oder in meinem Telefonverzeichnis einbauen für die armen verschiedengeschlechtlichliebenden Leutchen einrichten? Pff.
Achso: darum gehts.
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Wer Angst haben muss, via Facebook als Homosexueller “enttarnt” zu werden, hat ganz andere Probleme.
Ein Nichteinstellungsgrund von vielen. Zu alt, zu jung, zu dick, zu mager, zu Frau, zu Mann, zu überqualifiziert, zu unterqualifiziert, zu unsympathisch.
Was solls?Sie haben schon Recht. Ein Arbeitgeber, der mich nicht einstellen würde, weil ich lesbisch wäre, wäre letztendlich auch der falsche Arbeitgeber für mich. Dann lieber gleich als später.
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Mich als Arbeitgeber würde es wundern, wenn ich über einen Bewerber gar nichts im Internet finde.
Sicher sollte man bei den online gestellten Material vorsichtig sein, aber eben durch unsere Eigenheiten werden wir menschlich und damit auch für einen Personalchef greifbarer, als der Typ mit den besten Zeugnissen…
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Hm. Ich bin nicht bei Facebook angemeldet. Existiere ich überhaupt?
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@Jeky
Das sehe ich ähnlich. Ich habe bislang immer ein Auge darauf gehabt wie die Einstellung meiner Arbeitgeber zu gewissen Themen war…@Danny
Hm. Zeugnisse interessieren die meisten Arbeitgeber eher rudimentär. Aber das weiss ja niemand…@N.Gärtner
Wohl wahr. Du kannst es aber gerne erweitern auf Flickr, xxxxVZ, mySpace…
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Gibts auch den umgekehrten Fall, dass man nur eingestellt wird, weil man schwul ist? (Bei Männlein/Weiblein-Differenz kommt das ja durchaus vor.) Soll ich das bei Facebook also auch rauslassen?
Ich meine, die taz hat einmal eine Bewerbung meinerseits abgelehnt, weil ich ein Mann bin – was allerdings auch ohne Facebook herauszubekommen war, zumal es das damals gar nicht gab. Vielleicht sollte man sich so einen Vornamen zulegen wie “Kim” oder “Jackie”?
Oder anders herum: Möchte ich einen Arbeitgeber haben, der solche Zuordnungen überhaupt für maßgeblich hält? Eingestellt, weil ich schwul wäre? Ist doch auch Käse, oder?
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Hm … für hierzulande gesprochen, mag das ja stimmen. Andererseits wissen wir ja, dass es schon kurz hinter der Grenze Deutschlands sehr wohl ein massives Problem mit kaum abzuschätzenden Konsequenzen sein kann, sich zu outen.
Vermutlich ist der Arbeitgeber aber dabei noch das geringere Übel.
Neues Krankheitsbild: Web-Paranoia.
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@ Huflaikhan
Ich denke mal das es selten vokommt das explizit ein Schwuler eingestellt wird – das wird wohl eher in der Subkultur vorkommen. Wie eben in jeder Sub das Gleiche bevorzugt wird.Mich stört eher dieses ewige “Boaaah. Schwul. Das machen wir zum Thema”. Ich kann aus allen möglichen Punkten meine Rückschlüsse ziehen. Aber was sagen die aus?
Einer meiner Freunde hat zum großen Teil Rocker in seinem Umfeld. Was sagt uns das? Er ist Rocker? Hört Rockmusik? Säuft? Das mag alles sein – und trotzdem sagt es nichts. Das er z.B. in der Semperoper die schwülstige Bühnendeko pinselt – mit den geilsten Putten die man mit Farbe malen kann. Das kommt da nicht drin vor.
Mag sein das ich bei meinem Arbeitgeber der Quotenschwule bin. Aber ich habe mich weder hier noch bei den vorherigen Arbeitgebern jemals in Bezug auf das Thema beschweren können. Wenn sich z.B. in diesem seltsamen Steuerrecht etwas zu meinen Gunsten ändert, dann efahre ich das aus der Personalabteilung. Ohne Aufforderung. Wie eben jeder andere auch.
@Jeky
Öhm. Meine höchst wissenschaftlich fundierte Kurzanalyse: (fast) jeder Schwule hat seine Gaby.@creezy
Ich will das nicht verallgemeinern, ich spreche hier nur über mein Erleben. Ich arbeite für meinen belgischen Arbeitgeber da wo er mich hinschickt – bislang gab es da keine Probleme. Auch das Jahr in der griechischen Provinz ging ohne das geringste Problem vorbei. Und ich habe die Thematik Schwul jeweils im Vorstellungsgespräch abgeklopft – weil ich genau auf diesen Zirkus keinen Bock habe. Ich wurde “trotzdem” eingestellt – warum auch immer.Mir ist schon klar das dass nicht für jeden gilt. Keine Frage. Aber wer sich im Internet bewegt sollte schon wissen was er da tut. Mich persönlich interessiert es nicht wirklich was wer sich so aus meinen Profilen oder dem Blog zusammenreimt. In der Regel habe ich dort Daten genauso freiwillig hergegeben wie ich gerade diese Zeilen hier schreibe. Ich passe schon auf das ich für niemanden ein offenes Buch bin, keine Sorge.
Vielleicht muss ich mal so richtig auf die Schnauze fallen?
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Stimmt. Spontiv. Das habe ich verkannt. Eine Anmerkung aber doch. Ist es nicht andererseits erstaunlich (vielleicht täusche ich mich auch), wie viel Wert auf Habitus, Kleidung, Handy und ähnliches gelegt wird, gerade wenn man im Selbstfindungsprozess ist (der ewig dauern kann), man andererseits in der abstrakten Welt, der nicht unmittelbar taktilen, allen Scheiß mitmacht und sich als dies und das outet. (Welche Waffe bist Du, welcher Tod wird dich ereilen, etc. pp. – also diese ganzen zwar sinnlosen aber aussagekräftigen Aussagen über dich herausgibst).
Neulich hörte ich davon, dass man sich im Netz sehr schnell die Hand gibt, aber säße man real beieinander, dies doch unangenehm empfunden werde.
Das hat natürlich den Nebeneffekt, dass man auch x-beliebige Identitäten annehmen kann.
Ich schwalle ab …
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Spontiv, ja Du hast aber auch „Glück“: Du bist nämlich in Deiner Physiognomie nicht annähernd so offensichtlich schwul, wie andere Männer es sind. Wärest Du das, hätten Deine Auslandserfahrungen vielleicht anders ausgesehen? Und ja, es wird in Deutschland Arbeitgeber geben, die das immer noch nicht tolerieren können oder wollen – so wie es immer noch Eltern gibt, die Probleme mit der Akzeptanz haben. In einer Zeit in der die Jobs knapp sind und noch knapper werden, wird es vermutlich auch in Euren Reihen zunehmend wieder zu Problemen dieser Art kommen,. Will sagen, manch einer muss sich eine offene Lebenseinstellung künftig vielleicht wieder sehr hart ersparen müssen.
Und zu Deiner Hufi-Antwort: natürlich wird sehr oft im Job explizit schwul/lesbisch akquiriert. Das passiert ganz schnell, sobald jemand in der führenden Position sitzt – siehe Bundesgesundheitsamt oder TV-Industrie.
Ich verstehe, dass Dich die ewige Aufmachung über das Thema „Homosexualität“ stört, nicht vergessen darf man an im aktuellen Post: es geht um eine US-Studie. Da ticken nicht nur auf dem Land stellenweise die Uhren enorm anders. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass so eine Studie aus einer Angst heraus oder schlechten Erfahrungen heraus geboren wurde.
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Diese Erstaunlichkeiten sind aber nicht auf die sexuellen Neigungen eingrenzbar. Sie glauben gar nicht wie oft ich staunend dasitze und staune. Was es alles so gibt. Und so. Menschen sind erstaunlich. Manchmal auch erstaunlich doof.
Selbstfindungsprozesse die abgeschlossen sind haben so etwas endgültiges. Ich nehme mir da noch dreizig, vierzig Jahre Zeit… Das mit den x-fachen Identitäten finde im übrigen sehr spannend. Vermutlich weil ich für x-fach zu blöd bin – ich bin hier wie da ich. Meine ich.
Ach, ein bisserl schwallen ist glaube ich noch ohne vorherige Zustimmung der Eltern möglich.
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@creezy
hmm. glück habe ich bisher nicht als bestandteil meines lebens gesehen. dafür waren die brüche zu hart. aber die hatten nie was mit meinem schwulsein zu tun. muss ich mal drüber nachdenken.bei allen anderen punkten stimme ich zu. wir liegen da ja inhaltlich nicht wirklich weit auseinander. äh. bundesgesundheitsamt? was ist/war da?
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ei ei ei das ist doch die reinste Kindergarten-Studie. Tstststs.
Also, ich bins und jeder weiß es. Hab ich deswegen ein berufliches Problem? bis jetzt nicht. glaub ich, jedenfalls bemerke ich es nicht. Gibt es gerede über mich? hallo, ich bitte darum.
Mh, eine Studie über unentschlossene wäre doch mal nett.
*g*

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